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Verletzungen am Auge

Augenverletzungen können mit und ohne Eröffnung der Augen erfolgen. Schwerwiegende Verletzungen bedürfen einer operativen Versorgung. Nicht selten kann ein Auge bei schweren Verletzungen erblinden.


 


Verletzungen ohne Augenöffnung:


 


Lidverletzungen:


Verschiedene Lidverletzungen sind durch Schürfwunden durch Stürze, Stich- und Schnittverletzungen, Lidabrisse durch stumpfe Gewalteinwirkung oder Bissverletzungen möglich, bei denen auch die Tränenwege mit betroffen sein können.


 


Tränenwegsverletzungen:


Bei Lidverletzungen können die am inneren Lidwinkel liegenden Tränenkanälchen mit betroffen sein. Wird so eine Verletzung feststellt, muss das Tränenkanälchen mit einem kleinen Silikonschlauch geschient werden, erst dann wird die darüber liegende Lidwunde genäht. Der Silikonschlauch muss mindestens 3-6 Monate belassen werden.



 


Bindehautriss:


Ein Riss der Bindehaut muss von einem Augenarzt gründlich inspiziert werden. Nur so kann festgestellt werden ob die darunter liegenden Strukturen nicht verletzt worden sind. Eine gerissen Bindehaut kann einer speziellen Naht versorgt werden.


 


Hornhautabschürfung (Erosio):


Hornhautabschürfungen am Auge sind sehr häufige Augenverletzungen. Durch das Kratzen des Fingernagels im Auge, durch einen Zweig bei der Gartenarbeit oder durch eine falsch eingesetzte Kontaktlinse können Abschürfungen auftreten. Für die Behandlung reichen in der Regel desinfizierende oder antibiotische Augensalben. Ein Augenverband sollte immer angebracht werden, damit eine Hornhautabschürfung innerhalb von einem Tag abheilen kann.


 


Fremdkörper:


Fremdkörper können mit hoher Geschwindigkeit auf die Hornhaut treffen und in der Hornhaut stecken bleiben. Solche Fremdkörper sind dann oft so klein, dass sie nur mit Lupe oder Mikroskop zu erkennen und zu entfernen sind. Kleinere Sandkörner oder Insektenflügel können sich unter dem Lid verfangen. Bei jedem Lidschlag über die Hornhaut können sie dann kratzen und ein Fremdkörpergefühl erzeugen. Solche kleinen Fremdkörper können meistens durch Umklappen des Lides leicht entfernt werden.



 


Verätzung:


Verätzungen erfordern eine sofortige Behandlung des Auges an der Unfallstelle. Man unterscheidet zwischen Verätzungen durch Säuren und durch Basen. Basische Verätzungen, obwohl sie zunächst weniger schwer aussehen, sind folgenschwerer und führen am häufigsten zu Erblindungen. Das Auge sollte mit jeder neutralen, wässrigen Flüssigkeit innerhalb von Sekunden ausgiebig gespült werden. Danach sollte das Auge aber unbedingt ärztlich versorgt werden.


 


Verbrennung:


Der Kontakt mit Stichflammen, heißen Dämpfen oder Gasen, kochendes Wasser oder Fett, glühendes Metall, glühender Kohle oder mit Starkstrom kann zu einer oberflächlichen oder tiefen Verbrennung der Augen führen. Meist bleiben Verbrennungen durch Flammen oder heiße Dämpfe durch den Lidreflex auf die Lider beschränkt.


 


Verblitzung (Keratitis photoelectrica):


Schon ein ungeschützter Blick in die Schweißflamme, in die Höhensonne, oder auf sonnenbestrahlten Schnee in großen Höhen, kann einem Schaden der Hornhautoberfläche herbeiführen. Die Beschwerden richten sich je nach Stärke der Einstrahlung und beginnen erst 3 bis 12 Stunden später. Der Betroffene spürt ein Fremdkörpergefühl, das in unerträgliche Schmerzen übergehen kann, die schließlich zu einem Lidkrampf führen können.


 


Prellung des Auges:


Für Prellungen durch stumpfe Gewalteinwirkungen kommen verschiedene Ursachen in Frage: Faustschläge, Squashbälle, Tennisbälle, Golfbälle, Sektkorken, Steine z.B. beim Grasmähen, Holzscheite beim Holzhacken, Stürze auf die Augengegend, Kuhhornstöße auf dem Land oder ein Anrennen an stumpfe Gegenstände. Dabei kann es zu Verletzungen aller Strukturen im Auge kommen. Komplikationen können nach einer solchen Prellung erst nach Jahren auftreten (Augeninnendruckerhöhung, Netzhautablösung oder Linseneintrübung).


 


Verletzungen mit Augenöffnung:


 


Perforation des Auges:


Die Verletzungen mit Augenöffnung zählen zu den schwersten Verletzungen am Auge. Man unterscheidet zwischen Verletzungen durch scharfe Gegenstände, die zu einer Perforation des Auges führen, und einer schweren Prellung mit Augapfelberstung.


Eine perforierende Verletzung des Auges sollte schnell operativ behandelt werden. Denn nach einer solchen Verletzung besteht das Risiko einer schweren Entzündung im Auge, weshalb es für den Patienten entscheidend ist, dass er antibiotisch behandelt wird.


 


Berstung des Augapfels:


Sehr starke Gewalteinwirkung kann es zum Einreißen der Augapfelwand führen. Vor allem Augen mit Voroperationen oder mit Vorschäden sind besonders anfällig. Berstungen müssen möglichst in Vollnarkose schnell operativ behandelt werden, ansonsten kann es zu erheblichen Komplikationen bis hin zur Erblindung kommen.


 


Verletzungen der Augenhöhle sowie dessen Inhaltes:


 


Orbitabodenfraktion:


Durch stumpfe Gewalteinwirkungen kann der Inhalt der Augenhöhle (Orbita) so stark komprimiert werden, dass es zum Bruch der knöchernen Augenhöhlenwand kommt. Am häufigsten passiert das am Boden der Orbita, denn hier ist die knöcherne Augenhöhle besonders dünn. Wenn bei so einer Fraktur der untere Augenmuskel eingeklemmt wird, kann es zu Schmerzen und Doppelbildern kommen. Halten die Beschwerden an bzw. verstärken sie sich, muss der Orbitaboden eventuell von einem Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen operativ rekonstruiert werden.


 


Hämatom in der Augenhöhle:


Zu einer Blutung der Gefäße hinter dem Auge kommt es vor allem durch stumpfe Gewalteinwirkung, die zu Schmerzen, Sehverlust und Doppelbildern führen. Bei dem Betroffenen sind ein Hämatom des Lides und ein deutliches Hervortreten des Auges zu sehen. Dadurch ist die Beweglichkeit des Auges enorm eingeschränkt. Auch der Augeninnendruck kann sehr stark erhöht sein. Ist das der Fall, muss der Augeninnendruck mit Medikamenten ? intravenös - gesenkt werden, ansonsten mit einem Schnitt am Lidrand das sich ausbreitende Blut abgeleitet werden.


 


Verletzung des Sehnerven:


Verletzungen des Sehnervs kommen durch Scherwirkungen bei Schädelbasisfrakturen oder durch Kompressionen im Sehnervenkanal zu Stande. Eine Verletzung wird durch den Defekt der Pupillenreaktion sichtbar. Um eine solche Verletzung zu diagnostizieren, muss eine Computertomografie der Augenhöhle und des Kopfes vorgenommen werden, um die eventuelle Ursache der Sehnervenverletzung heraus zu finden. Bei der Therapie kann, um eine Abschwellung des Sehnervs zu erreichen, zunächst - hoch dosiert - Kortison verabreicht werden. Bei dennoch zunehmender Verschlimmerung der Verletzung muss eine den Sehnerv entlastende Operation durchgeführt werden.


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