Sehhilfen
Sehhilfen ? Brillen und Kontaktlinsen - werden eingesetzt um Fehlsichtigkeiten auszugleichen.
Brillen:
Die ersten Sehhilfen erfanden Mönche im 13. Jahrhundert. Sie verwendeten geschliffene Halbedelsteine und nannten diese "Brill", im Plural "Brillen". Schnell entstand die Idee, die Steine dem Auge anzunähern und an einer Fassung anzubringen. Mal wurden einzelne Gläser an der Mütze befestigt, mal klemmte man die Sehhilfe zwischen Oberlid und Wange (Monokel, 16 - 19. Jh.). Anfang des 18. Jahrhundert fertigte man erstmals die heute gängige Ohrenbrille an, deren grundsätzliche Gestalt hat sich bis heute kaum verändert. Heute setzt man die unterschiedlichsten Materialien ein: angefangen bei besonders leichtem Material wie Titan bis hin zu bruchfesten Gläsern aus Kunststoff.
Brillen für Kurzsichtigkeit: Konkave Gläser oder auch Zerstreuungslinsen, Minusgläser werden eingesetzt, um den Brennpunkt einfallender Lichtstrahlen nicht vor, sondern auf der Netzhaut abzubilden.
Brillen für Weitsichtigkeit: Konvexe Gläser, auch Sammellinsen oder Plusgläser genannt, werden bei Weitsichtigkeit eingesetzt, um Brennpunkt einfallender Lichtstrahlen nicht hinter der Netzhaut, sondern auf der Netzhaut abzubilden
Brillen bei Altersichtigkeit: So genannte Bifokalgläser, sind Brillengläser mit zwei Stärken. Im Grundglas ist eine zweite Linse mit höherem Brechwert eingeschliffen, die bei Altersichtigkeit das scharfe Sehen naher Objekte erlaubt. Der Übergang zu den zwei Brechstärken ist unmittelbar.
Gleitsichtgläser: Stellen eine Weiterentwicklung der Bifokalgläser dar. Der Unterschied besteht darin, dass das Brillenglas der Übergang zwischen den Brechwerten unauffällig ist. In der Regel ist das Empfinden beim Tragen einer solchen Brille für den Träger angenehmer.
Kontaktlinsen:
Welche Vorteile haben Kontaktlinsen?
Mit Kontaktlinsen behält man sein natürliches Aussehen, Kontaktlinsen verrutschen nicht, werden bei Regen nicht betropft und beschlagen nicht bei Temperaturunterschieden. Kontaktlinsen drücken nicht auf der Nase oder hinter den Ohren; was man sieht wird in der der Größe nicht verfälscht. Für Menschen, die Sport treiben oder sich viel im Freien aufhalten, wird das Sehfeld wird bei Kontaktlinsen in keiner Weise eingeschränkt. Sie können beim Schwimmen oder in der Sauna getragen werden. Kontaktlinsen können eine Hornhautverkrümmung oft besser ausgeglichen als das mit einer Brille möglich ist.
Es gibt zwei Arten von Kontaktlinsen: weiche und harte.
Bei den weichen Kontaktlinsen werden je nach System (Tragesystem) nach einem Tag, nach zwei oder nach vier Wochen neue Kontaktlinsen ausgewechselt. Weiche Kontaktlinsen sind aus einem sehr wasseraufnahmefähigen Kunststoff hergestellt, was den Vorteil hat, das man sich bereits nach wenigen Sekunden an die Linse gewöhnt hat. Sie eignen deshalb für Leute, die zwischendurch gern Brillen tragen. Der Nachteil ist, sie entziehen dem Auge Feuchtigkeit, damit sie ihre Form stabil halten. Gerade Leute mit trockenen Augen werden schnell Probleme mit weichen Kontaktlinsen haben. Zur Abhilfe gibt es aber spezielle Tropfen, mit denen Kontaktlinsenträger mit trockenen Augen zusätzlich ihre Augen mit Flüssigkeit versorgen können. Anders sind harte Kontaktlinsen. Sie sind starr und benötigen daher eine gewisse Zeit bis sich der Kontaktlinsenträger an sie gewöhnt hat. Ihr Vorteil ist, sie benötigen keine zusätzliche Flüssigkeit aus dem Tränenfilm, damit ihre Form stabil bleibt.
Sorten von Kontaktlinsen:
Multifokale Linsen dienen der Korrektur in allen Entfernungsbereichen. Die Eingewöhnungszeit ist bei diesem Linsentypen etwas länger als bei Normallinsen, weil sich das Gehirn erst auf die neuen Sehmöglichkeiten einstellen muss.
Bifokale Kontaktlinsen eigen sich besonders bei Altersichtigkeit, sie dienen der gleichzeitigen Korrektur von Nah- und Fernbereich.
Torische Linsen dienen der Korrektur bei Hornhautverkrümmung. Sie drehen sich, durch die absichtlich ungleiche Gewichtsverteilung, wegen der Schwerkraft, von in die richtige Position. So besitzen torische Linsen eine verstärkte Fähigkeit zur Lichtkrümmung und können zur Korrektur von Hornhautverkrümmung getragen werden.
Austausch-Kontaktlinsen:
Bei Austausch-Kontaktlinsen sind die kurzen Austauschrhythmen von Vorteil, die eine gute Hygiene der Kontaktlinsen garantieren. Denn je öfter man seine Linsen wechselt, desto eher werden Ablagerungen auf der Kontaktlinsenoberfläche verhindert. Ablagerungen sind oft die Ursache für Irritationen und auch Krankheiten. Des Weiteren sind Austausch-Kontaktlinsen einfacher zu pflegen und reinigen als die meisten konventionellen Kontaktlinsen.
Ein-Tages-Kontaktlinsen sind die gesündeste Art Kontaktlinsen zu tragen. Aufgrund der sehr einfachen Handhabung (Es entfällt die Pflege der Kontaktlinsen - Reinigung und Desinfektion) sind diese Kontaktlinsen ideal auf Reisen, beim Sport und bei vielen Freizeitaktivitäten. Ein möglicher Verlust einer Kontaktlinse fällt finanziell nicht so sehr ins Gewicht.
Wenn man auf optimale Hygiene seiner Kontaktlinsen Wert legt, sind Zwei-Wochen-Kontaktlinsen gleich nach Ein-Tages-Kontaktlinsen eine ideale Alternative zur Brille. Durch den Zwei-Wochen-Rhythmus werden Langzeitablagerungen verhindert, die Sehqualität und Tragekomfort beeinträchtigen.
OK-Linsen: Orthokeratologie-Linsen ermöglichen Kurzsichtigen tagsüber keine Brille tragen zu müssen. Nachts müssen harte Kontaktlinsen getragen werden, welche die Augenhornhaut abflacht, die etwas zu weit vorsteht. Allerdings ist das erstmalige Tragen solcher Linsen nicht ganz billig. Zusätzlich müssen am Anfang mehrmals pro Woche, danach etwa alle drei Monate, regelmäßige Kontrollen beim Optiker durchgeführt werden. Weiterhin muss man mit Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung rechnen. Gegen Abend nimmt das Auge seine alte Form wieder an, so dass die Sehschwäche allmählich zurückkehrt. Bei OK-Linsen sind Druckschäden an der Hornhaut nicht auszuschließen, weshalb auch Rheumatiker und Diabetiker keine OK-Linsen tragen dürfen.